Anliegen klassifizieren
Die zentrale Gesprächsführung: Anliegen erkennen und in den passenden Pfad leiten.
Geschrieben von Thomas Seidl
Zuletzt aktualisiert Vor etwa 1 Monat
Was der Baustein macht
Anliegen klassifizieren übernimmt die zentrale Gesprächsführung. Der Agent hört zu, ordnet das Anliegen ein und startet den passenden Gesprächspfad. Damit deckst du mehrere Anliegen über einen einzigen Einstieg ab, ohne sie in einem einzigen langen Ablauf zu vermischen.
Typisch: Terminbuchung, Rückrufwunsch, Auskunft und Beschwerde als vier saubere Pfade hinter einer Rufnummer.
Gesprächspfade anlegen
Im Bereich Gesprächspfade legst du die Anliegen an, die dein Agent bedienen soll. Über Neuen Gesprächspfad hinzufügen entsteht ein Pfad mit:
- Name — der sichtbare Titel, etwa „Terminbuchung“.
- Beschreibung — sie hilft dem Agenten, das passende Anliegen zu erkennen.
Die Beschreibung ist der wichtigste Teil. Sie entscheidet darüber, ob ein Anruf im richtigen Pfad landet. Formuliere sie konkret und aus Sicht dessen, was der Anrufer sagt — nicht als internen Prozessnamen.
Jeder Pfad bekommt einen eigenen Bereich im Ablauf, den du unabhängig von den anderen pflegst. Fehlerhafte Pfade werden in der Liste hervorgehoben.
Sollen die Pfade vorgelesen werden?
Eine grundlegende Entscheidung mit spürbarer Wirkung auf das Gesprächsgefühl:
- Ja — Pfade vorlesen. Der Agent liest die ersten fünf verfügbaren Pfade als Menü vor und fragt, welcher gewünscht ist. Klar und vorhersagbar, aber es klingt nach Telefonmenü.
- Nein — Offene Frage. Der Agent fragt offen („Wie kann ich helfen?“) und ordnet die Antwort still einem Pfad zu. Natürlicher, setzt aber gute Pfadbeschreibungen voraus.
Für die meisten Fälle ist die offene Frage die bessere Wahl — sie ist der eigentliche Vorteil gegenüber einer klassischen Telefonanlage. Das Menü lohnt sich, wenn die Anliegen für Anrufer schwer zu benennen sind.
Was nach einem erledigten Anliegen passiert
Auch das legst du fest:
- Direkt zu „Gesprächspfad beendet“ springen — nach Abschluss geht es unmittelbar zum Ausgang weiter.
- Nach weiteren Anliegen fragen — der Agent erkundigt sich, ob es sonst noch etwas gibt, und kann einen weiteren Pfad starten.
Die zweite Variante wirkt aufmerksamer und spart Rückrufe, verlängert aber jedes Gespräch ein Stück.
Bedingte Pfade
Ein Pfad kann eine Aktivierungsbedingung bekommen und steht dann nur zur Verfügung, wenn sie erfüllt ist. In der Liste ist ein solcher Pfad als Bedingt gekennzeichnet. Nützlich, wenn ein Anliegen nur für bestimmte Anrufer oder nur zu bestimmten Zeiten angeboten werden soll.
Worauf du achten solltest
- Pfade klar voneinander abgrenzen. Überlappende Beschreibungen führen zu Fehlzuordnungen — das ist die häufigste Ursache dafür, dass Anrufer im falschen Ablauf landen.
- Aus Anrufersicht denken. „Reklamation“ trifft, was Menschen sagen; „Retourenprozess Stufe 2“ nicht.
- Mit wenigen Pfaden starten. Drei gut getrennte sind besser als acht, die sich überschneiden.
- Prüfe in den Analysen stichprobenartig, ob Anrufe im erwarteten Pfad landen. Ein systematisch falsch zugeordnetes Anliegen erkennst du sonst erst spät.